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Fladungen und die Rhöner Kurzgeschichten in Prosa

Fladungen und die Rhöner Kurzgeschichten

Rhöner Geschichten über die herrliche Rhön in Prosa der Poesie bzw. Lyrik

Pflück ein Lachen

Es streichelt deine Seele
der Sonnenstrahl der Liebe
und es pflückt im Blumemgarten
alle Freude, soviel Lachen
dir ein erfrischendes Gemüt

Wo heute noch die Blume sprüht
aus deinem frohen Herzen
ist morgen schon
verweht vom Wind
der Blätterblütenkranz

Heb auf den Schmerz
im Regenbett
des tränenfließenden Gebetes
Der nächste Schritt
bereitet dir
ein neues Lebensglück

Fladungen 18.12.1996 © Hans Eberhard Bertelsen


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Mann im Mond schielt trotzdem

Bist du groß und hast schon Kinder
ist es wie seit ew´gen Zeiten
Frühling, Sommer, Herbst und Winter
alle soll´n dir Freud´bereiten

So ist es, wie mit einem Garten
Pflegst du ihn und düngst ihn gut
Mit Geduld nur kannst du warten
bis er dir die Freude tut

Nicht alle Samen keimen gut
Nicht alle Setzlinge gedeih´n
Manch Henne sitzt auf ihrer Brut
dem Lieblingsgockel nur zum Schein

Das Leben ist nur ein Manöver
lärmen, tarnen, täuschen, protzen
Viel Nichts verstaubt im Windgestöber
Doch der Mann im Mond schielt trotzdem

Fladungen 05.01.1997 © Hans Eberhard Bertelsen


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Katze Rauch und Milli

Es schimmert neues Morgenhell
im Verlöschen der Gestirne
Ein gekochtes Ei ich wähl
zum Frühstück eine Birne

Selbst geback´nes Brot ich eß
das ich auf den Tisch gestellt
Wo ich sitz im Morgendreß
hat die Katz´sich zugesellt

Sie schmiegt sich an, sie macht miau
Es leuchten ihre Augen
Sie bettelt, denn sie weiß genau
ich leide nicht ihr Fauchen

Ich flüster ihr: "du kriegst jetzt Milli
und ´ne Scheibe Wurst dazu"
Schon ist sie still, die Katze Willi
Jetzt frühstück´ich in aller Ruh´

Zermoniell und obligatisch
dreh´ich Zigaretten mir
die genüßlich und opatisch
gedankenträchtig inhallier

Erinnerungen werden wach
rersümierend meiner Träume
unter Gottes Himmelsdach
in unkenntlichen Räumen

Ich lasse meine Blicke schweifen
in die Weite, in das All
Doch werde ich es nie begreifen
warum das Gestern er mir stahl

Was der liebe Gott lenkt richtig
zaumgerecht in meinen Mut
sortiere ich, all das was wichtig
scheint, in meiner Seele Glut

Ich starte in den Tag hinein
erwartend meiner Freuden
und genieß´den Sonnenschein
Das glühende Vergeuden

Das Kätzchen schläft am hellen Tag
um wieder frisch zu tanken
denn, lieber es im Dunklen mag
mit And´ren nachts zu zanken

Wenn das Tageslicht entschwindet
wird der Willi wieder wach
Die Unruhe, sie schindet
die Katze unter meinem Dach

Dann beginnt sie mit den Pfoten
an der Türe laut zu kratzen
wie der Sturm auf den Lofoten
treibt Jagdtrieb ihre Tatzen

Nach Mitternacht hör ich es schleichen
Das Kätzchen kratzt; weil es mich wittert
sie zürnet knurrend ihres Gleichen
Miaut mir zu und zittert

Ich öffne dann die Türe ihr
und laß ihn rein mein´n Willi
Pitschnaß die Pfoten, alle vier
tapst es zu zu seiner Milli

Nun wundert sich so mancher Mensch
warum ich sie und er verwechs´le
Jeder weiß, im Lenz da brennt´s
wen stört da schon mein Wortgedrechs´le

Bei Nacht sind alle Katzen grau
Wem nütztet das Entscheiden
Sie alle jaulen ihr Miau
wenn sie zum Balzen eilen

Nun pflegen wir der Ruhe Nacht
der Willi und ich selbst
Und wenn wir wieder aufgewacht
fragt die Katze:" Was du wählst,

Selbstgeback´nes dunkles Brot
und für mich viel Wurst und Milch
und für dich für´n schnellen Tod
drehst Zigaretten dir, du Knilch"

Ja, was soll ich da noch sagen
Recht hat Kater Willi
Herrlich, wie wir uns vertragen
Ich mit Rauch und er mit Milli ... Miau..

Weimarschmieden 05.11.1996 © Hans Eberhard Bertelsen


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Herbstwolken

Wenn der Herbst die Wolken färbt
zieh´n die Nebel zwischen Bäumen
und im Wald die Blätter gerbt
finde ich die Zeit zum Träumen

Schwalben, Stare, Reiherenten
Fliegen wieder in den Süden
Gewitterblitze, die uns blenden
werden manchen Baum verbiegen

Das Eichhörnchen, so auch der Hase
speicherten schon im Versteck
für die Zeit der Hungerfase
wenn der Körper ruft nach Speck

Und zieht im Sturm der Herbst vorbei
die Wolken werden weiß
dann ist´s soweit, hei tandaradei
Die Kinder tanzen froh im Kreis

Der Winter hat den Herbst verdrängt
Der Weihnachtsmann steht vor der Tür
Buntes wird dann aufgehängt
Der Tannenbaum steht jetzt als Zier

Und ist der Frühling bald zurück
vom Süden keh´rn sie wieder Heim
erinnert uns der Herbst; zum Glück
es gibt doch noch den Sonnenschein

07.10.1994 © Hans Eberhard Bertelsen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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